Leserbrief unseres Sprechers Hans-Joachim Lietzmann vom 21.12.2019 an den RGA

Am 21.12.19 findet sich im RGA auf Seite 4 der Interview-Artikel „Ich versuche, Plastik zu vermeiden“ mit der Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender.

Dieses Gespräch ist in vielfältiger Weise bemerkenswert.

Es fällt auf, daß in der ersten Hälfte der Aussagen von Frau Büdenbender wiederholt die Worte „wir müssen“ gesprochen werden. Dabei bleibt dieses „wir“ stets unbestimmt, auch wenn es durch das „müssen“ scheinbar bedeutungsschwer daherkommt.

Einen Schwerpunkt hat sich Frau Büdenbender gesetzt, dass „wir alle Kinder mitnehmen. ….Eltern und Kinder vorurteilsfrei ….. rangehen,….“. Diesem Anspruch der Vorurteilslosigkeit scheint mir dann allerdings Frau Büdenbender selbst eklatant nicht nachzukommen, wenn sie später auf die Frage „Stellen Sie dann (im Zug) die Tasche auf den Sitz neben sich, um Ruhe zu haben?“, antwortet: „So gemein bin ich nicht.“

In dieser Aussage scheint mir ein äußert schwerwiegendes, herabsetzendes vorschnelles Urteil zum Ausdruck zu kommen, ohne dass zuvor der Zustand der Örtlichkeit noch die Person näher beschrieben wurde. Könnte es sein, dass ein körperliches Gebrechen die Person hindert, die Tasche anderweitig abzustellen?

Bezüglich der Stellungnahme zur jüngsten Pisa-Studie lautet ihre Aussage: „So richtig erklären kann ich es mir auch nicht.“ Allerdings wird dann zugleich sofort im Folgesatz auf die finanzielle Unterstützung der Kinder durch Bafög verwiesen, auf Kinder, die vielleicht vom Elternhaus finanziell nicht so gut gestellt sind. Dieser Abschnitt endet: „Wir müssen es schaffen, diesen Zusammenhang zu entkoppeln.“, was mich staunen lässt, zumal eingangs gesagt wurde, frau (man) könne sich den Zusammenhang nicht so richtig erklären!

Hier habe ich auch eingestreut das Wort „frau“ für „man“, da Frau Büdenbender betont, auf die geschlechtergerechte Sprache besonderen Wert zu legen. Ich gebe aber zu bedenken, dass mir und vielleicht auch ihr schwerfallen wird, die Berufsbezeichnung Zimmermann entsprechend in diese erzwungenen Formen zu pressen.

Bezugnehmend auf die Aussage: „Als mein Mann und ich Anfang des Jahres auf den Galapagos-Inseln waren, haben wir gesehen, dass dort unser Plastikmüll angespült wird.“ wäre ich interessiert, wie es Frau Büdenbender möglich ist, Plastikmüll mir oder auch sich selbst zuzuordnen. Möglicherweise verfügt sie über höhere Erkenntnisse. Eine Erkenntnis, die viele Menschen durchaus einem Mädchen von 16 Jahren zuschreiben: Greta Thunberg?

Zuletzt vermerke ich hier meine Zweifel, ob Frau Büdenbender wirklich „mit“ einer Freundin regelmäßig Briefe schreibt, oder ob es nicht doch so ist, dass sie dieser Freundin Briefe schreibt?