„Die neuen Antifaschisten“

„Die neuen Antifaschisten“
ist der Leitartikel der F.A.Z. von Markus Wehner am 18. Februar 2020 überschrieben. Darin greift der Autor die Aussagen der Parteivorsitzenden der SPD und das Bemühen starker Kräfte in der SPD auf, die Parteien Linke, Grüne und SPD als antifaschistischen Damm darzustellen, der sich zu anderen Parteien abgrenzt. Dieser Rückgriff auf die Sprache  und                     ausdrucksweise der DDR ist der Versuch unterschwellig nicht nur die AfD, sondern auch die anderen bürgerlichen Parteien in das faschistische Rampenlicht zu stellen.
In Wermelskirchen erinnert man sich vielleicht noch an den Aufruf des Vorsitzenden der SPD, Herrn Bilstein (in einem Brief an Frau Nahles vom 15.02.19), „diesen erneuten Angriff Seehofers auf die Grundlagen unserer gemeinsamen Werte, Rechtsstaatlichkeit für alle Menschen in diesem
Land…. abzuwehren“.
Es liegt mir fern, durch Herrn Seehofer die Rechtsstaatlichkeit in Deutschland gefährdet zu sehen. Desgleichen kann ich nicht erkennen, wie die jüngsten Geschehnisse der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen das Bundesland, Deutschland oder gar die Welt erschüttern sollten.
Ich muss auch feststellen, dass der Vorwurf der Verallgemeinerung, den die Altparteien der AfD machen, in hohem Maße auf sie selbst zurückfällt. Wie die AfD durch die Altparteien generell als undemokratisch, als faschistisch bezeichnet wird, Parteimitglieder und -Anhänger als Hetzer und Leugner, so erhalten nun aktuell Mitglieder der Werteunion, ja alle anderen Parteien, ein Stigma durch Teile der SPD, Linken und Grüne.
Diese sprachlichen Muster linker Kräfte speisen sich aus den Politikschulen kommunistischer Kräfte, deren Ziel es unverändert ist, die freiheitlich demokratische Grundordnung zu untergraben und abzuschaffen.
Leider scheinen viele Menschen heute wieder erneut gefährdet undifferenziert Begriffe des Klassenkampfes zu übernehmen und unter dem Banner der Toleranz eine zunehmend radikalere Trennmauer auf der Basis von unterschwelligen Nützlichkeitserwägungen zwischen den Menschen
unserer Gesellschaft zu ziehen.
Beispielhaft verweise ich hier auch auf die „volksdemokratische“ Ordnung in China und das Auftreten Xi Jinpings im Jahre 2017 in Davos; auf das folgende Medienurteil über die Präsidenten Chinas und der USA. Xi wurde für seine Rede zum freien Handel gelobt, Trump galt eher als Gefahr.
Am 20.02.20 schreibt in der F.A.Z. Frau Hannah Bethke („Zur Lage des Islams“) über den Konsens, der zwischen dem niederländischen Sozialwissenschaftler (und als Islamkritiker geltenden) Ruud Koopmanns, der Migrationsforscherin Naika Foroutan und Cem Özdemir in Berlin
auf einem Podiumsgespräch herrschte.
„Wirklich interessante Fragen (an den Buchautor Koopmanns) kamen aus dem Publikum. Sie könne die katholische Kirche und die evangelische Kirche öffentlich kritisieren, ohne diffamiert zu werden, sagte eine Frau. Wenn sie sich aber kritisch zum Islam äußere, gelte sie sofort als Rassistin.
Wo bleibe hier die Zivilgesellschaft? Eine Antwort blieb das Podium schuldig.“
So gewinnen dialektisch geschulte und geschickte Kräfte Einfluss auf die Parteien und auf das Meinugsbild in unserer Gesellschaft, dem durch kritisches, an absoluten Werten orientiertes Nachfragen begegnet werden sollte.
Ein Beitrag unseres Mitglieds Hans-Joachim Lietzmann